Thrillerkolumne

Thriller ohne Leserstrahlen ist wie Spenser ohne Boston, Behr ohne Indianapolis, Reacher ohne Army, Rain ohne Judo, Parker ohne Plan, Bolitar ohne Win, Forsythe ohne Whisky, McGee ohne Florida, Hank ohne Baseball, Duffy ohne Beemer...

PARKER, Playmates (5/5) LESEN

Gut gespielt, Spenser, gut gespielt

"Wenn den anderen die Spielzüge ausgehen, legt Spenser erst so richtig los."
In Parkers Playmates begleiten wir Spenser bei seinen Ermittlungen rund um das College-Baseballteam seiner Heimatstadt Boston. Spenser wird an ein hiesiges College gerufen. Das Präsidium der Uni vermutet, dass Spiele der Basketballmannschaft verschoben wurden und möchte das nun mit einem außenstehenden Detektiv vorsichtig untersuchen lassen. Doch vorsichtig kann Spenser nicht. Er knöpft sich den vergötterten Coach und den vercoachten Gott der Mannschaft, den Superstar Dwayne Woodcock, vor. Nachdem er beide kräftig durchgeschüttelt hat, erweist sich, dass letzterer gefährliche Freunde hat.

Das Einzige, das im akademischen Setting der Bostoner Universität noch deutlicher zum Vorschein kommt als Spensers Intellekt, ist sein Humor. Gepaart mit einer starken Brise anti-intellektueller Vorbehalte. Ohne Rücksicht auf Verluste schmeißt sich Spenser in die Ermittlungen zu einem Fall, der kein großer zu sein scheint. Davon lebt auch dieser Spenser nicht. Keine Weltverschwörung, keine Verstümmelung und keine Serienkiller, sondern gute Detektivarbeit, große Klappe, super Charaktere machen Parkers Spenser zu einem der Top-Drei-Ermittler in den Welten zwischen den Buchdeckeln.

Boston Rides (© Christian Johann)
Dass Spensers Lieblingssport Baseball ist, merkt man erst, als er sich einen Profi holen muss, um den Basketballbetrug mit Hilfe von Videobändern zu belegen. Als es soweit ist, wird es auch schon brenzlig, denn Schieber werden auch gerne mal zu Schubsern, wenn der Einsatz hoch genug ist. Doch zum Glück hat Spenser seinen Schutzengel Hawk, der auch den Spaß nicht zu kurz kommen lassen mag. Schließlich trifft man nicht jeden Tag auf blutrünstige Mobster aus New York und aggressive Sportgiganten.

Parkers Romane sind trocken und lakonisch. Mit Spenser hat Parker einen Protagonisten geschaffen, dessen Selbstverliebtheit die Grenze zur Erotik streift. Spensers Selbstironie und sein großes Herz wurden oft kopiert (Leviens Behr erweist sich als ebenso unfähig Kapital aus seinem Beruf zu schlagen; Cobens Bolitar widmet sich genauso gerne Fällen am Spielfeldrand) und selten erreicht.

Plot: 4/5
Action: 4/5
Spannung: 3/5
Charaktere: 5/5
Humor: 5/5

PASCH: 5/5

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Robert B. Parker, Playmates (1989)
#16 der Spenser-Serie