Thrillerkolumne

Thriller ohne Leserstrahlen ist wie Spenser ohne Boston, Behr ohne Indianapolis, Reacher ohne Army, Rain ohne Judo, Parker ohne Plan, Bolitar ohne Win, Forsythe ohne Whisky, McGee ohne Florida, Hank ohne Baseball, Duffy ohne Beemer...

Morgen! Gut geschlafen? (2/5)

James Patterson, I, Alex Cross (2010)

Alex Cross ist Vater, Ermittler und Supercop, wie man ihn ganz selten trifft. Nicht nur sein Familienleben ist harmonisch, sondern auch seine Ermittlungen. Das einzig Bewegende an diesem "Thriller" ist die ungewollte Ironie, dass die Oma von Cross künstlich am Leben erhalten werden muss. Dass sie am Ende noch die Kurve kriegt, steht aber in keinem Zusammenhang mit der langweiligen Geschichte, die man hier erzählt bekommt. Genau wie seine Großmutter kauert James Pattersons Held seit einigen Romanen an der Schwelle zum klinischen Tod. Allein, er kommt nicht rein ins Nirwana der Top-Profiler.

Der Plot wäre schnell erzählt, wenn es einen gäbe. Wenn Morde nicht mehr funktionieren, Brutalität nicht mehr zieht und perverse Sexspiele keinen mehr hinter dem Ofen vorlocken, dann kombiniert man die drei eben rasch. Patterson ist gewiss nicht der einzige, der dies tut. Ihm gelingt es aber diese drei - ja doch eigentlich irgendwie schon sehr aufladbaren Begebenheiten - so lustlos herunterzuspulen, dass es wirklich und wahrhaftig schwer fällt, wachzubleiben. Wenn andere amerikanische Krimis als Pageturner beschrieben werden, dann ist dass hier ein Müdeturner.

Also, wer Schlafmangel hat, wendet sich am besten an Dr. Cross. Der hat genau das richtige.

  • Plot: War was? (2/5)
  • Action: Ach so, na klar, aha (2/5)
  • Spannung: gähn (1/5)
  • Charaktere: schnarch (1/5)
  • Humor: definitiv unfreiwillig (2/5)
  • PASCH: Wurst (2/5)

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James Patterson, I, Alex Cross
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Arrow (10. Juni 2010)
ISBN-10: 0099514591


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