Thrillerkolumne

Thriller ohne Leserstrahlen ist wie Spenser ohne Boston, Behr ohne Indianapolis, Reacher ohne Army, Rain ohne Judo, Parker ohne Plan, Bolitar ohne Win, Forsythe ohne Whisky, McGee ohne Florida, Hank ohne Baseball, Duffy ohne Beemer...

MacDonald, The Lonely Silver Rain (5/5)

Ausgebootet

Im 21. und letzten Roman der Reihe um Travis McGee soll dieser ein Boot finden. Wie immer winkt ihm die Hälfte des Wertes des gesuchten Objekts als Finderlohn. Die Yacht gehört einem reichen Frührentner aus Florida, der es mit seiner Frau nun ganz mondän angehen lässt. Wie alle Figuren hat auch besagte Ehefrau eine interessante Vorgeschichte, die just in dem Moment wieder aktuell wird, in dem McGee in ihr Leben tritt.


Als Travis das Schiff findet, erwartet ihn unter Deck eine böse Überraschung. Selbst der hartgesottene McGee entscheidet sich aufgrund dieses Fundes, den Finderlohn nicht in Anspruch zu nehmen und die Finger tunlichst von der Sache zu lassen. Klappt das? Natürlich nicht. Böse Männer sind jetzt auf der Suche nach einem Sündenbock für das, was auf der Yacht passiert und so werden McGee und alle, die mit der Sache zu tun hatten, zu potentiellen Zielen.

McGees Suche führt über viele Stationen und bezieht bemerkenswert viele wichtige Nebenstationen seines Lebens mit ein. Nebenbei wird er in internationale Drogenringe, Schmuggel und Bandenkriege involviert. Die alte Garde muss sich der neuen erwehren. Ruhestand gibt es für Mafiosis nicht. Wie auch in den vorhergehenden zwanzig Bänden der Reihe können viele autobiographische Parallelen zu MacDonald gefunden werden. 



Der Roman profitiert erheblich von seiner realistischen Darstellung. Obwohl McGee sich durchaus schon bewiesen hat, geht er dem, was er auf der Yacht findet, gerne aus dem Weg und sucht einen Ausweg aus der Sache. Dafür ist er sogar bereit, andere zu opfern. Der intelligente Plot und die spannende Suche, die in eine Flucht mündet, machen aus dem Thriller ein exzellentes Gesamtpaket.


++++ Kleiner Spoiler! Wer sich an „Never Go Back“ von Lee Child erinnert, weiß, dass Reacher lange dort lange glaubte seiner Tochter gegenüberzustehen. Wie McGee auf die gleiche Situation reagieren würde, kann man ganz am Ende von „The Lonely Silver Rain“ herausfinden. ++++

  • Plot: 5/5 (fast schon zu gut)
  • Action: 5/5 (McGeeesk)
  • Spannung: 4/5 (gute Bögen, knifflige Verstickungen)
  • Charaktere: 5/5 (Böse, Weise, Reiche und Schöne)
  • Humor: 4/5 (melancholisch-komisch)
  • PASCH: 5/5

P.S.: Und es ist der letzte in der Reihe der McGees...


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John D. MacDonald, The Lonely Silver Rain
Fawcett, 1996 [1985]





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